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Das Leben im Terranischen Sternenstaat wird schneller, immer schneller, so schnell, dass niemand mehr die Zeit hat, es zu merken. Man wird geboren, erschaffen, lebt, stirbt. Die Mühlen der Konzerne zermahlen Menschen im Lauf der Zeit wie Getreide, in dem das einzelne Korn in einem Brei von unbedeutenden Partikeln untergeht.

Im Jahre 2245 fragen sich nur noch wenige, wohin die Menschheit geht. Die Wirtschaft bestimmt das Leben von 90 Prozent der Bevölkerung, schreibt vor was man zu denken hat, um effizient zu sein. Niemand fragt nach dem Sinn, nach einem Ziel. Man ist zufrieden, solange das Geld fließt, solange man den Luxus genießen kann. Ganz unten strebt man nach dem Luxus des Überlebens, ganz oben kauft man sich Raumschiffe, Raumstationen, Planeten, Sonnensysteme, gelegentlich auch den einen oder anderen Politiker. 90 Prozent fragen nicht, der Rest, das sind einerseits diejenigen die Fragen, sich der Dekadenz und Perspektivlosigkeit widersetzen, die freien Denker, Künstler und Wissenschaftler.

Andererseits gibt es diejenigen, die mit Abscheu auf das System herabblicken, jedoch ihren Platz finden. Sie leben vom Bedarf der anderen, sich ab und zu gegen die Ordnung stellen zu müssen, ohne es zugeben zu wollen. Dies sind die Abenteurer, die "Grauen", die die Städte und den Weltraum durchstreifen, auf der Suche nach Arbeit, nach Geld, nach Luxus. Nach mehr als zwei Jahrtausenden, all den Katastrophen, in denen die Menschheit fast ihren Untergang erlebt hätte, macht sich unter den Menschen eine unmotivierte Stimmung breit.

Man ist der Meinung, die Zukunft der Menschheit sei zu berechenbar, um überhaupt einen Gedanken wert zu sein. Man hält sich für unbesiegbar, für nicht totzukriegen, solange man nur "funktioniert". Über die vergangenen Jahrhunderte hat sich die Menschheit eine konservative Einstellung breitgemacht. Hauptsache es wird nicht schlimmer. Es ging bis jetzt immer aufwärts, also machen wir so weiter wie bisher. Demokratie, Kapitalismus, das waren die treibenden Kräfte der Vergangenheit. Was macht es schon, wenn wir etwas weniger Demokratie und dafür etwas mehr Kapitalismus haben?

Bis zum Jahr 2245 sah es so aus, als würde die Menschheit bis in alle Ewigkeit ihren Traditionen treu bleiben. Aber was sich bis zu diesem Zeitpunkt entwickelt hatte, was bis dahin niemand sehen wollte, sollte in diesem Jahr deutlicher werden, als vielen Menschen lieb war. Der Grund dafür war zum einen Alpha Spaceflight. Ein riesiger, unüberschaubarer Konzern, der das Schicksal der Menschheit ohne Rücksicht auf Autoritäten und Ethik an sich gerissen hatte. Das allein wäre allerdings noch kein Grund für eine merkliche Änderung des Alltags. Man rechnet ebenso damit, das Alpha Spaceflight nach und nach die Macht im Terranischen Sternenstaat an sich reißt, wie man damit rechnet, früher oder später zu sterben.

Auf der anderen Seite steht jedoch die Regierung des Terranischen Sternenstaats. Am Anfang des Jahres 2245 wurde Arleen Arway nach dem unerwarteten Tod ihres Vorgängers zur neuen Präsidentin gewählt. Auf den Straßen ist man seitdem nicht mehr besonders zufrieden mit der Regierung. Hawkeye und die TSSF erfuhren eine deutliche Stärkung, und obwohl es nicht besonders gegen die hohe Kriminalität hilft (es führte eher zum Einsatz schwererer Waffen in den unteren Ebenen der Städte), macht sich ein Gefühl der Befriedigung in den mittleren und oberen Bevölkerungsschichten breit.

Man ist zwar auf den Abschaum in den Straßen angewiesen, um zu überleben, aber jeder muss selbst sehen, wie er durchkommt. Und da ist es natürlich besser, wenn die anderen es schwerer haben als man selbst. Die meisten Konzerne freuen sich über die "Durchsetzung von Recht und Ordnung" seitens der neuen Präsidentin.

Nur Alpha Spaceflight ist nicht begeistert. Anstatt die Wahl der ehemaligen Luna Technology Chefin zur Präsidentin zu kommentieren, erschien am Tag der Bekanntgabe des Wahlergebnisses von Seiten Alpha Spaceflights eine Pressemitteilung über den Baubeginn eines neuen Raumschiffträgers, der das größte (und am schwersten bewaffnete) militärische Raumfahrzeug in der Geschichte des Sternenstaats sein wird. Zu guter Letzt wurde die Menschheit erst 2245 unsanft daran erinnert, dass ihr das Weltall nicht allein gehört. Die plötzliche Aktivität der Ychon ist dabei nur ein kleiner Teil dieser Erkenntnis.